Nachlese
Beim gemeinsamen Abendessen waren wir uns infolge der guten Wetterlage einig, die radsportliche Herausforderung gleich am folgenden Tag angehen zu wollen. Das Frühstücksbüffet war von den ,,Germanen" bereits früh umlagert. Nachdem sich alle für den bevorstehenden anspruchsvollen Tag gut gestärkt hatten, fuhren wir mit den Autos zu unserem Startort nach Hospental.
Bei leichtem Nebel bestiegen die Rennradfahrer: Emil Abendschön, Stefan Bregler, Armin Doll, Walter Eisenhuth, Walter Fundis, Klaus Geers, Udo Geiger, unser Youngster Florian Görner, Udo Görner, Heiner Hagenbucher, Hermann Hertle, Fritz Pitz, Wolfgang Pux und Claus Schmidt ihre Maschinen. Stammfahrer Frank Winterle mußte krankheitsbedingt schweren Herzens ein Begleitfahrzeug besteigen.
Nach
einer kurzen, flachen Warmfahrstrecke zeigte sich bereits der Furkapaß
ab Realp von seiner anspruchsvollen Seite mit 8 - 11 % Steigungen. Da sich
die Sonne langsam gegen den Nebel durchsetzte, genossen die Teilnehmer
bei der Auffahrt den schönen Anblick auf die Gotthard-Gruppe und den
Oberalp-Paß. Beim Erreichen der Furkapaßhöhe (2.436 m)
hatten die Radler schon den ersten Höhenkilometer unter sich gebracht.
Auf der Paßhöhe waren zwischen dem vergletscherten Drei- und
Viertausendern der Berner Alpen auch die Spitze des Eiger zu sehen. Nach
einer Stärkung durch "Heiners Müsliriegel" fuhren die Rennradfahrer
zu einem Erinnerungsfoto an den Rhonegletscher ab. Mit einem Gefälle
von bis zu 14% erreichten die Radler viel zu schnell Gletsch, wo der 2.
Paß auf uns wartete. Der warme Sonnenschein und die gute Aussicht
auf den Rhonegletscher, die noch junge Rhone im Tal, als auch die Serpentinen
des Furkapaßes machten die Auffahrt zum Grimsel Paß trotz der
Konstanten 9% Steigung zu einem schönen Erlebnis. Auf dem Grimsel-Paß
(2.165 m) überquerten wir die Wasserscheide zwischen der Nordsee und
dem Mittelmeer. Die folgende 27,5 km lange Abfahrt bis Innertkirchen, auf
welcher sich unsere Durchschnittsgeschwindigkeit deutlich erhöhte,
war für uns Rennradfahrer ein wahrer Genuß. In Innertkirchen
wurden die Aktiven von den Begleitfahrern für die größte
Herausforderung der Tour nochmals bestens verpflegt. Der Sustenpaß
und eine Höhendifferenz von 1.602 Höhenmeter lag vor uns. Die
28 km lange Bergfahrt durch sämtliche Vegetationszonen war im unteren
Teil durch schmucke Schweizer Gebirgsdörfer, relativ kurze 9% Steigungen
und flache Passagen gekennzeichnet. Im oberen Teil zeigte sich die Schweiz
landschaftlich eindrucksvoll von ihrer schönsten Seite. Eine grandiose
Gipfelschau belohnte die ,,Kletterer" für ihre kräfteraubende
Auffahrt bei konstanten 9% Steigung. Zwischen dem Sustenhorn, Bockberg,
Gwächtenhorn, vorderer Tierberg und Giglistjoch lag der gewaltige
Eisstrom des Steingletschers im Sonnenschein. Nach insgesamt 3.300 Höhenmetern
und 90 km Fahrtstrecke erreichten die Bergziegen stolz die Sustenpaßhöhe
(2.224 m.). Auf Grund der stark gefallenen Temperaturen verzichteten wir
auf 18 km Abfahrt und stiegen in die Autos um.
Am Abend wurde die anstrengende und schöne Paßfahrt von den Radsportlern gebührlich gefeiert. Tourorganisator Heiner sprach den 14 "Alpinisten" insbesondere den Tourdebebütanten Walter Eisenhuth, Klaus Geers, Udo Geiger, dem 14-jährigen Florian Görner und Hermann Hertle seine Anerkennung zu dessen sportlichen Leistung aus. Ferner dankte er den Begleitfahrerinnen und Fahrern für die erneut beispielhafte Betreuung, ohne die eine solche Paßfahrt zu diesem Zeitpunkt nicht möglich gewesen wäre. Udo Görner schloß sich den Ausführungen an und dankte Heiner namens aller Tourteilnehmer für die hervorragende Tourenorganisation und erneut gelungene Paßauswahl. Kameramann Tino erhielt ein großes Kompliment für seine Teils akrobatischen Filmaufnahmen.
Am folgenden Tag genossen die Schweizreisenden bei schönstem Wetter eine Schiffahrt auf dem Vierwaldstätter See sowie eine interessante Stadtbesichtigung von Luzern. Für unsere Paßkiller Stefan Bregler, Armin Doll und Klaus Geers waren die Anziehungskräfte der St. Gotthard-, Nufenen- und Furkapässe größer gewesen.
Nach einem geselligen Abend mußten die RSV’ler am Sonntag leider viel zu früh die Heimreise antreten.
Mit großer Begeisterung vernahmen die Tourteilnehmer Heiners Zusage, auch im kommenden Jahr die Tradition der erlebnisreichen und eindrucksvollen Alpenpaßfahrten fortsetzen zu wollen.
Udo Görner
2.Vorsitzender